Welche Räder für Kinderwagen wählen?

Posted By on 18. April 2017

Valco Baby Kinderwagen mit LuftkammerrädernWenn es um den Kinderwagenkauf geht, denken wahrscheinlich die Allerwenigsten an die Art der Räder, welche den Kinderwagen erst mobil machen. Denn die Art der Räder bestimmen letztendlich den Einsatzort und den Fahrkomfort für Sie und Ihr Kind.
Die in unserem Babyshop angebotenen Kinderwagen besitzen verschiedene Räder-Arten – je nach Hersteller und Einsatzzweck. Dabei geht es nicht nur um die Anzahl oder die Anordnung am Wagen selbst, sondern deren Beschaffenheit. Denn es gibt 3 grundlegende Reifenarten für Kinderwagen: luftgefüllte Räder, Räder mit Luftkammern und Vollgummiräder. Welche Art von Rädern Ihr Kinderwagen haben sollte, hängt vor allem von dessen Nutzung ab. Der wichtigste Grund  ist, dass nicht jedes Rad für jeden Untergrund geeignet sind. Auch die Grösse des Rades selbst beeinflusst den Komfort wesentlich.

Grosse oder kleinere Räder?

In den meisten Fällen ist man mit dem Kinderwagen auf unterschiedlichsten Untergründen unterwegs: ebene Fusswege, unebene Pflasterwege, Schotterwege oder auch holprige Feldwege. Wichtig zu wissen ist, dass das Fahrverhalten des Kinderwagens sich verbessert, je grösser die Räder am Kinderwagen sind. Sind die Räder dann noch luftgefüllt, ist das Kind am besten vor Erschütterungen geschützt. Grosse Räder sind zudem in der kalten Jahreszeit bei Eis und Schnee die bessere Wahl, da sich an kleinen Rädern besonders schnell Schnee festsetzt und sich dadurch verklemmen. Mit grossen Rädern hat man mehr Spielraum.
Allerdings haben grosse Räder am Kinderwagen auch einen gravierenden Nachteil. Grosse Räder gehen zu Lasten der Wendigkeit. Mit kleinen Rädern kann man besser manövrieren, was gerade bei begrenzten Platzverhältnissen, zum Beispiel in der City, von Vorteil sein kann.
Ein guter Kompromiss ist die Verwendung kleiner und grösserer Raddurchmesser am gleichen Wagen. Die hinteren Räder sind dabei die grösseren, vorn kommen kleinere Räder zum Einsatz, um die Wendigkeit zu optimieren.

Vollgummi, Luftkammern oder doch luftgefüllte Räder mit Ventil?

Prinzipiell hat jede Radart seine Vor-und Nachteile. Das bedeutet, dass es eine All-in-One-Lösung für alle Ansprüche und Einsatzzwecke leider nicht gibt. Allerdings haben sich die Hersteller für Kinderwagen natürlich viele Gedanken gemacht, wie das perfekte Rad für den Kinderwagen aussehen soll. Gab es früher nur luftgefüllte Räder mit Ventil oder Vollgummiräder ohne Ventil, so gibt es heute die Räder mit Luftkammern. Diese Luftkammer-Räder vereinen die Vorteile beider Radarten.
Räder mit Luftkammern sind nicht nur leicht, sondern auch noch beinahe wartungsfrei und pannenfrei. Selbst im Weg liegende Nägel, Reisszwecken oder Scherben können einem luftkammerbereiften Kinderwagen nichts anhaben. Es kann auch bei kleinen Schnitten im Rad durch einen scharfen Gegenstand keine Luft entweichen, sodass die Fahrt ungehindert fortgesetzt werden kann. Ein luftgefülltes Rad wäre bei einem eingefährenen Nagel schnell platt und müsste aufwendig repariert werden.
Kein Wunder also, dass viele Kinderwagenhersteller mittlerweile auf Luftkammerreifen setzen.

Bei alle den Vorteilen kann ein Luftkammerrad nicht ganz mit dem Federungskomfort von reinen luftgefüllten Kinderwagenrädern mithalten. Denn luftgefüllte Räder unterstützen die kinderwageneigene Federung am meisten. Wer also mit dem Kinderwagen zumeist auf unebenem Terrain unterwegs ist, sollte sich für ein Modell mit luftgefüllten Rädern entscheiden. Allerdings sollte bei einem luftgefüllten Rad regelmässig der Reifenluftdruck kontrolliert werden und bei Bedarf nachgepumpt werden.
Wenn der Luftdruck  den Angaben des Herstellers entspricht, ist der Komfort am grössten.

Vollgimmiräder meiden?

London Up Buggy von Chicco®

London Up Buggy von Chicco®

Nun habe ich die ganze Zeit über die Vor-und Nachteile von reinen luftgefüllten Reifen und Luftkammerrädern berichtet, und noch nichts zu den Vollgummirädern erwähnt. Sind Vollgummiräder nicht empfehlenwert?

Vollgummiräder werden nach wie vor auch für Kinderwagen eingesetzt, da diese besonders leicht und robust sind. Wen wundert es also, dass gerade Buggys, die leicht, wendig und schnell verstaubar sein müssen, oft mit Vollgummirädern ausgestattet werden? Vollgummiräder sind völlig wartungsfrei und pannensicher.
Da Vollgummiräder zumeist auch einen eher kleinen Durchmesser haben, sind diese besonders wendig. Kinderwagen, vor allem Buggys, mit Vollgummirädern sind ideal für asphaltierte Kurz-Strecken in der City.

Woran erkenne ich die unterschiedlichen Radarten?

Ob ein Kinderwagen-Rad aus Luftkammern besteht, ganz mit Luft gefüllt ist oder aus Vollgummi besteht, kann man ganz einfach mit einer Daumenprobe feststellen. Lässt sich das Rad mit dem Finger ein paar Millimeter eindrücken und besitzt zudem kein Ventil, dann handelt es sich um ein Luftkammerrad. Hat das Rad kein Ventil und lässt sich mit dem Daumen nicht eindrücken, dann handelt es sich um ein Vollgummirad. Besitzt das Rad ein Ventil, dann handelt es sich auf jeden Fall um ein luftgefülltes Rad. Ausserdem lässt sich das Rad mit dem Daumen recht ordentlich eindrücken, es sei denn, es ist zu hart aufgepumpt.

Luftkammerräder ist meine Empfehlung für unterschiedliche Einsatzzwecke

Wenn Sie sowohl in der Stadt als auch auf unebenem Terrain unterwegs sind, dann sind Luftkammerräder die beste Wahl. Denn nur diese Räder vereinen die Vorteile von reinen luftgefüllten Rädern und Vollgummirädern.
Wenn die vorderen Räder dann noch kleiner sind, als die Hinterräder, dann ist der Wagen besonders wendig.
Wenn Sie mit dem Kinderwagen sehr häufig auf Wald- und Feldwegen unterwegs sind, dann sollten die Hinterräder einen Durchmesser von mindestens 25 cm aufweisen. TIPP: Der Hersteller Gesslein zum Beispiel bietet für seine Kinderwagen zusätzliche Outdoor-Radachsen mit extra grossen Luftkammerrädern an, welche bei Bedarf schnell montiert sind.

Auf folgender Grafik können Sie den unterschiedlichen Aufbau der verschiedenen Radarten sehen:

Radarten

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